Ausgezählt!

© Thomas Heitlinger 2021


Bevor sie den Auslöser zum Öffnen der Raumschiffkupplung drückten, entsicherten sie die Photonenstrahler. Mit einem zischenden Geräusch fuhren die halbrunden Türen auseinander und gaben den Blick in das Innere des Raumschiffs frei. Dunkelheit und eisige Kälte schlugen ihnen entgegen. Mit der Stablampe leuchtete Fred in das stockfinstere Loch. Nichts bewegte sich. Alles schien in bester Ordnung, es gab keinerlei Spuren, die auf einen Kampf, ein Unglück oder sonstigen Katastrophen hinwiesen.


Die Sensoren entdeckten auf Anhieb keinerlei Hinweis auf Leben außer ihrem eigenen. Trotzdem blieben sie aufmerksam und vorsichtig. Sie hatten in ihrer langen Berufslaufbahn schon vieles erlebt. Dies war nicht der erste und würde auch nicht der letzte der Fälle sein, in denen Raumfahrer auf ihrer Mission nicht mehr oder nur unter seltsamsten Bedingungen wieder aufzufinden waren. Sie hatten Kollegen aus den Klauen von Piraten befreit, Raumschiffe, von Meteoriten demoliert und zertrümmert, bisweilen auch deren völlig zerfetzten Überreste vorgefunden. Sie hatten in ihrem Berufsleben alles Erdenkliche gesehen und waren auf alles vorbereitet.


Dieser Fall gab allerdings einiges an Rätseln auf. Vor langer Zeit als Teil der Galaxie bereits im Eigentum der Company befindlich, wurde der Planet erfolgreich bestellt. Die regelmäßigen Signale des Senders hatten stets auf einen positiven Verlauf hingewiesen, Flora und Fauna entwickelten sich prächtig. Dann aber war die Verbindung abgebrochen, die Bilder waren ausgeblieben. Nun rächte sich das Einsparen des Überwachungssatelliten, auf den man aus Kostengründen zugunsten einer einfachen Sendeanlage verzichtet hatte.


Zweifelsohne war alles auf einem guten Weg gewesen. Das letzte Bild zeigte über blauem Himmel eine grüne Hölle, ein mit scharfen Zähnen ausgestatteter Saurier versuchte, sich an der Sendeanlage zu schaffen zu machen. Natürlich vergeblich, denn auf solche und andere Versuche war man vorbereitet.  


Jonathans Aufgabe, die wirklich keine großen Herausforderungen darstellte, wäre es gewesen, den vermutlich defekten Sender zu reparieren, die positive Entwicklung des Planeten zu bestätigen sowie die Vorbereitung für den nachfolgenden Bautrupp zu treffen.


Doch nun hatte auch das Raumschiff mit Pilot Jonathan an Bord über die definierte Frist nicht mehr geantwortet. Weder war ein Lebens- noch ein Notsignal eingegangen.  


Zuviel Zeit war vergangen, woraufhin die erfahrenen und bewährten Explorer Fred und Barny in Bewegung gesetzt wurden.


Sie hatten Jonathans Raumschiff exakt an der erwarteten Stelle gefunden. Gerade noch rechtzeitig. Es war im Orbit an geeigneter Stelle arretiert. Unmittelbar nach dem Andocken zündeten die Steuerdüsen ihres Raumschiffs und stabilisierten die Fluglage. Nur kurze Zeit später und das geparkte Schiff wäre hinab in die Atmosphäre getrudelt und als großer Feuerball verglüht.


Als Warmluft in die eiskalte Kabine des verlassenen Vehikels zu strömen begann, entstand nach dem Öffnen der Schleuse ein starker Luftzug. Fred sicherte mit dem Strahler, während sich Barny langsam in die Dunkelheit tastete. Eiskristalle überzogen Fenster und Einrichtung. Fred richtete die Lampe auf das Rack mit den Zentralcomputern. Dort klaffte gähnende Leere. „Der Reaktor ist ebenfalls verschwunden“, bemerkte Barny trocken. Aufgrund der vorherrschenden Kälte gefroren seine Worte und blieben als Eiskristalle an seinem Bart hängen.


Sie benötigten den gesamten Vormittag, um das Schiff begehbar zu machen. Ein dicker Eispanzer bedeckte die Instrumente. Mit überbrückter Energie aus ihrem Raumschiff erwärmten sie vorsichtig die empfindlichen Einrichtungen auf Normaltemperatur. Nichts schadete der Elektronik mehr als eine Totalabschaltung, die es deshalb nach Möglichkeit zu vermeiden galt. Trotzdem war all dies hier passiert. Wie aber passte der Ausbau des Reaktors dazu? Wo war die Landungsfähre abgeblieben? Und wo zum Teufel steckte Jonathan?


Geduldig und schweigend arbeiteten die beiden weiter, um die Ursache der rätselhaften Umstände zu ergründen. Das Computerlogbuch war nur noch teilweise erhalten, demnach war das Schiff offensichtlich planmäßig eingetroffen. Ebenso hatte der Hibernator Jonathan exakt zum geplanten Zeitpunkt aus dem Hyperschlaf geweckt. Auch schienen alle Vorbereitungen pünktlich abgeschlossen worden zu sein. Die Landefähre klinkte zur Erkundung des Planeten ohne weitere Verzögerung aus. Die Landung sowie die ersten Erkundungsgänge waren nach Plan verlaufen. Dann aber, und soweit ließ sich das Vergangene rekonstruieren, war die Fähre nach überraschend kurzer Zeit wieder zum Schiff zurückgekehrt.


„Im Anschluss hat irgendeiner den Computer und den Reaktor ausgebaut“, murmelte Fred und blickte ratlos auf die vorliegenden Systemlogs. Diese waren im Flashspeicher der Blackbox enthalten, die jedoch mit Verlust der Energieversorgung abrupt die Aufzeichnung eingestellt hatte. Die darauf eintretende eisige Kälte hatte ihren übrigen Beitrag geleistet, um die Speicherelemente zu beschädigen.


Sie berieten über das weitere Vorgehen. Sicher war, dass der Ausbau der Elektronik samt Reaktor nur von einem fachkundigen Experten vorgenommen worden sein konnte, und dafür kam allein Jonathan in Frage. Ein Signal ertönte im Hintergrund, der eingeleitete Scan des Planeten lag zur aktuellen Ansicht vor.


Fred sah es zuerst. Dort wo die Sendeanlage hätte stehen sollen, klaffte ein riesiges Einschlagloch, das selbst aus dem Orbit heraus wahrnehmbar war. „Da muss es ganz schön gerumst haben“, murmelte Barny.  Und es gab weitere Abweichungen: Anstatt eines blauen Planeten war die Farbe eher aschfahl und die Gebiete, die eigentlich in einem satten Grün leuchten sollten, schimmerten als gelbe oder graue Wüsten im All.


„Da unten ist ganz schön was los. Mein Gott, sieh dir das an“, gab Barny entsetzt von sich. Die Oberfläche des Planeten war mit mehreren konzentrischen Kreisen übersät, in denen Höllenfeuer brannten. Jonathan hatte ihnen offenbar die Reaktortechnologie transferiert. Diese zog die Energie aus jeglicher Substanz. Die Berechnungen ergaben, dass der Planet noch maximal einen Monat über Energie verfügen würde, dann würde er bei diesem Verbrauch kollabieren. „Himmel“, entfuhr es Barny, „wie kann so etwas geschehen? Und was für eine Rolle spielt Jonathan in dieser Apokalypse?“


Ohne viel Zeit zu verlieren, beluden sie die Landefähre. Auch, und das schien in dieser Situation geboten, mit allerhand Kriegsgerät. Sie fassten die Erkenntnisse in kurzer Form zusammen und schickten einen Funkspruch zur Zentrale. Die Landefähre programmierten sie mit den Koordinaten, die in Jonathans Raumschiff gespeichert waren.


Die Landung war unsanft und hart. Zudem mussten sie eine weitere Stunde in dem engen Vehikel ausharren, bis endlich die Schutzschirme herunterfuhren und die Sicht durch die Glasscheiben freigaben. Der Planet war nicht nur öd und leer, sondern auch noch über und über mit einem schwarzen, öligen Film bedeckt.


„Oh mein Gott“, entfuhr es Barny entsetzt, „da ist aber ordentlich etwas schiefgegangen!“


Fred schaute auf den geplanten Prospekt der Company, auf dem ein gleichwohl grüner wie üppiger Regenwald glänzte und nickte betrübt. „Lass uns Jonathan finden und abhauen, das hier ist alles ein einziges Desaster!“

Als die Kuppel zur Seite schwenkte, umfing sie ein beißender und stechender Geruch nach Verbranntem. Fred zeigte plötzlich aufgeregt zur Seite. Jonathans Landefähre stand dort, unbeschädigt, mit offenen Türen und augenscheinlich verlassen. Vorsichtig erkundeten sie die Umgebung. Von der Landefähre führten deutlich sichtbare Schleif- und Radspuren über einen Hügel, denen sie weiter in das Landesinnere folgten. Über dem Hügel trafen sie auf erste Bewohner, die, anstatt von ihnen Kenntnis zu nehmen, ängstlich zur Seite wichen und sich versteckten. Sie waren abgemagert, stark zerlumpt und bildeten keine erkennbare Gefahr. Barny warf ein Stück seiner Essensration über den Weg, um das sie sich heftig stritten, um es dann gierig zu fressen.


Nach einer weiteren Biegung tauchten zunehmend mehr dieser eigentümlichen Lebewesen auf, darunter nun auch besser genährte. Auffallend war, dass – je weiter die beiden kamen – desto mehr Einwohner eine Art Brillenkasten trugen, der über den Kopf gestülpt wurde. Für Fred und Barny schien sich allerdings keines dieser Lebewesen zu interessieren. So folgten sie ungestört dem immer größer werdenden Strom, der sich scheinbar – wie magisch angezogen - in eine einzige Richtung konzentrierte. Dabei vernahmen sie einen infernalischen Lärm, der lauter und lauter wurde. Dann sahen sie die Arena!


Sie war ein unvorstellbar großes Stadion. Aus allen Himmelsrichtungen drängten immer mehr durch die Eingänge hinein. Über eine Treppe folgten sie den stetig größer werdenden Massen, um schließlich in das über und über gefüllte Stadion zu blicken.


In dessen Mitte befand sich eine Anzeigetafel, auf der abwechselnd immer neue Ziffern und Zahlen aufleuchteten. Es schien eine Art Auktion in Gange zu sein, bei der der Auktionator mal die eine, mal die andere Seite befragte, um anschließend eine Entscheidung zugunsten einer der Gruppen zu treffen, die daraufhin in ein lautes Gejohle ausbracht. Barny hatte sein Fernglas ausgepackt. „Da ist er“, murmelte er und reichte Fred die Optik. Tatsächlich, in der Gruppe, aus der das lauteste Geschrei ertönte, stand in der Mitte Jonathan, zwar ebenfalls mit einer Maske versehen, aber dennoch unverkennbar. Er war es. Jonathan vollführte dort einen irren Tanz zu ohrenbetäubenden rhythmischen Schlägen, die den Takt vorgaben und die Erde erzittern ließen.


Da keines dieser Wesen von ihnen Notiz nahm, konnten sie sich an Jonathan unauffällig heranpirschen. Schließlich in greifbarer Nähe warteten sie, bis sich eine günstige Gelegenheit bot. Als Jonathan an den Rand seiner Gruppe taumelte, packte ihn Barny mit entschlossenem Griff und zog ihn blitzschnell um die Ecke, von wo aus er ihn schließlich in einen unbeobachteten Winkel in den Katakomben zerrte. Fred richtete den Strahler auf ihn. „Schluss mit dem Hokuspokus!“, rief Barny in das maskierte Gesicht und zog ohne zu fragen den Kasten von Jonathans Kopf.  Mit starrem Blick und sichtlich wie berauscht stammelte er: „Was wollt ihr von mir, ich muss wieder zurück! Nur noch dieses letzte Spiel! Wir werden gewinnen. Gewinnen! Gewinnen!“, schrie er wie von Sinnen, „gewinnen!“ Ein heftig harter Schlag mit dem Photonenstrahler beendete Jonathans Widerstand.


Erst viel später gelang es ihnen, mit Jonathan ein vernünftiges Gespräch zu führen. Die Maske lag auf seinen Knien. „Dies ist ein irrer Planet“, Jonathan versuchte sich zu konzentrieren, „sie haben die Realitätsbrillen erfunden. Setz sie ruhig mal auf!“, schleuderte er Barny entgegen. Barny nahm die Brille und stülpte sie über seinen Kopf. Schlagartig änderte sich die gesamte Umwelt in ein sattes Grün. Der ehemals graue und düstere Himmel war auf einen Schlag hellblau. Als er seinen Blick auf Jonathan richtete, fand er dort anstatt des krummbeinigen Explorers einen athletisch gebauten Erdling in einer roten Samtweste und stolzem Dreispitz auf dem Kopf. Auch die anderen Erdlinge hatten sich plötzlich und unversehens zu angenehm anzusehenden Gestalten gewandelt. „Faszinierend“, entfuhr es Barny, „das reale Spiel des Lebens.“


„Das ist kein Spiel!“, empörte sich Jonathan. „Für jedes Wochenende wird in der Arena die Oberschicht bestimmt. Zur Oberschicht gehören die, die die größte Menge an Kryptocoins vorweisen können. Wer es in die oberste Schicht – und das sind lediglich fünf Prozent - schafft, hat ein Anrecht auf Energiezuteilung, womit eine bessere Chance besteht, auch in der nächsten Woche weiter der mächtigen Elite anzugehören.“ „Stop“, unterbrach Fred, „Kryptocoins?“ Jonathan nickte. „Kryptocoins. Gerechnete Hashwerte. Ein einfacher Algorithmus, der jedoch einiges an Rechnerleistung abverlangt. Mehr Energie, mehr Rechnerleistung, mehr Coins, so einfach ist es.“


„Und da hast du den Bordrechner samt Reaktor ausgebaut!“, entfuhr es Fred.


„Ich wollte ihn wieder zurückbringen“, erwiderte Jonathan beleidigt, „ehrlich, ich schwöre!“


Barny schüttelte den Kopf. „Es ist ausdrücklich verboten, Technologie anderen unbekannten Lebensformen zugänglich zu machen. Ausdrücklich verboten! Hast du das verstanden?“ Barny schleuderte ihm seine Worte förmlich entgegen. „Es ist leider noch viel schlimmer gekommen“, ergänzte Jonathan kleinlaut, „sie haben die Technologie kopiert. Rechner samt Reaktor.“


Eine Sirene ertönte mit drei langen Signalen. „Es geht weiter!“, schrie Jonathan, „Es ist die letzte Runde, ich habe so viele Coins zusammen wie noch nie. Und wenn ich die Macht habe, werde ich alles garantiert wieder in Ordnung bringen!“


Noch ehe er den Satz beendet hatte, traf ihn ein Schuss aus dem Photonenstrahler in den Rücken und ließ ihn auf den Boden stürzen Während Barny den Strahler zurück ins Halfter steckte, hatte Fred bereits die Kommunikationseinheit gezückt und wählte eine Nummer. „Die vom intergalaktischen Sicherheitsdienst?“, fragte Barny. Fred nickte zur Bestätigung. „Die Notrufnummer für akute Fälle“, ergänzte er und wartete auf das Zustandekommen der Verbindung.


Monate später kam es im Global Universum Building zu einem geheimen Treffen zwischen dem Chef der Company Morris Mullins und dem für die Sicherheit im Universum verantwortlichen Minister Erik Rojo des amtierenden Kabinetts. Der eigentliche Grund des Treffens drehte sich um die kommende Ausschreibung von brachliegendem Raum zur weiteren Verwendung.


„Was machen die Renaturierungsmaßnahmen?“, fragte Erik und lachte. Morris schüttelte den Kopf. „Ihr habt den Planeten nihiliert?“ „Wir mussten Erik, wir mussten. Nur noch ein paar weitere Jahre und der Planet wäre völlig zerstört gewesen.“


„Jedenfalls haben sie es geschafft, unser Projekt mit dem Jurassic Park ganz schön durcheinanderzubringen“, entgegnete Morris. „Wir haben nur Vermutungen was passiert sein könnte“, fuhr Erik weiter fort. „Es ist schon merkwürdig. Wo die Verunreinigung wohl hergekommen sein mag?  Womöglich haben Meteoriteneinschläge verunreinigte DNA auf den Planeten transportiert und die Mutation verursacht. Vielleicht war es sogar der enorme Einschlag, der definitiv unsere Sendeanlage vernichtet und zerstört hat.“


„In meiner Zeit als Minister in der galaktischen Gesellschaft habe ich tausendmal auf derartige Szenarien durch Verunreinigung hingewiesen!“ Erik hob den fast tausend Seiten langen Untersuchungsbericht mit einer Hand vielsagend in die Höhe und ließ ihn mit einem kräftigen Klatschen auf den Tisch zurückfallen. „Vergeblich!“


„Die Nachforschung hat ergeben, dass bei den Lebewesen mit der Zeit ihres Daseins eine unfassbare Gier nach Zahlen und immer höheren Zahlen entstanden ist. Was für ein Nonsens!“ Erik schüttelte den Kopf. „Wir haben sogar den Versuch gemacht, einige von ihnen in einer Art Zahlenquarantäne zu halten. Aber das Bedürfnis nach Zahlen war größer. Alle Exemplare der verschiedenen Testreihen sind uns trotz optimaler Versorgung einfach eingegangen. Eine genetische Fehlentwicklung. Alle dieser Gattung waren davon betroffen. Die Armen, die Reichen und selbst die religiösen Führer!“ „Tja“, konstatierte Morris, „die Evolution treibt oft ein merkwürdiges Spiel, immerhin hat anschließend der galaktische Rat unter Berücksichtigung der Fakten und ohne weitere Diskussion der vollständigen Reinigung und Desinfektion des Planeten zugestimmt.“


„Habt ihr in der Zwischenzeit wieder von neuem angefangen?“, Erik nickte, „Der Planet wurde nach der Grundreinigung renaturiert und erneut eingesät. Schade um die Zeit, die wir verloren haben, aber die nächsten paar Millionen Jahre werden auch vergehen. Immerhin setzten wir ja nie alles auf eine Karte und der Jurassic Park auf dem Ersatzplaneten am anderen Ende der Galaxie hat sich prächtig entwickelt. Die ersten Kreuzfahrtschiffe machen bereits für Tagestouren Halt. Der Park ist, wie erwartet, ein großer Renner.“


Morris zeigte auf die Pläne. „Zu unserem Bebauungsplan. Wir würden gerne in diesem hintersten Universumsbereich, der sogenannten Milchstraße, eine Endlagerstätte für Sondermüll eröffnen.“ Erik nickte. „Das dürfte kein Problem sein, da insbesondere in diesem Bereich das Vorhandensein von Intelligenz völlig ausgeschlossen werden kann. Nach allem was passiert ist, werde ich mich beim Präsidenten dafür einsetzen.“


„Aber kommen wir noch einmal zurück zu den Zahlensüchtigen. Das Prinzip ist ja interessant. Der Algorithmus zum Errechnen der Kryptocoins ist zugegebenermaßen aus mathematischer Sicht ziemlich primitiv. Wenn auch etwas energieaufwändig. Ich“, Morris zögerte einen Moment, „ich habe mal unseren Rechner in der Behörde ein bisschen arbeiten lassen. Ich habe in fünf Parseinheiten drei Petas Coins gerechnet.“ Erik lächelte verschlagen. „Auch ich habe nicht mehr als fünf Parseinheiten eingesetzt und komme auf vier Peta. Zugegebenermaßen hätte ich nun gewonnen.“ Morris blickte ihn halb empört, halb belustigt an. „Wir treffen uns nächste Woche wieder, ich habe noch ein paar Ideen, wie ich das ganze optimieren könnten.“ „Gerne mein Lieber“, antwortete Erik, „was hält du davon, wenn wir auf zehn Parseinheiten erhöhen?“ Erik grinste. „Wir müssten jedoch die Rechner miteinander koppeln. Nicht dass ich denke, dass du schummeln würdest.“ Morris grinste ebenfalls vielsagend!


Womit, das sei hier nebenbei erwähnt, von diesem Zeitpunkt an das Ende des Universums seinen Anfang nahm.